Manchmal gönne ich mir den freien Fall ins Experimentieren. Aber normalerweise bin ich Strategin, auch in meiner Malerei.

In vielen Arbeitsschritten entstehen zunächst die Untergründe bzw. die Hintergründe für das eigentliche Bild. Das sind verschiedene Materialien, Farbflächen, Linien, Collagen, Strukturen und Überlagerungen. Erst viel später kommen die Motive an ihren Platz.

Während ich von den meisten Bildern bereits Wochen vorher deutliche Vorstellungen habe, wachsen und entstehen einige andere wiederum erst auf der Leinwand.

Am liebsten arbeite ich mit kräftigen Acrylfarben. Je nach Stimmung nehme ich auch anstelle des Pinsels gerne mal den Spachtel oder die Spraydose oder lasse die Farben fließen. Alles wirkt dadurch lockerer und gelöst, manchmal auch zerzaust. Mir gefällt das!

Ich liebe Portraits – insbesondere von Frauen – mit ihren verschiedenen Stimmungen und dem individuellen Ausdruck ihrer Seele.

Mich interessiert besonders die Vielschichtigkeit weiblicher Identität – innere Spannungen, Verletzlichkeit, Stärke, gesellschaftliche Erwartungen, Selbstwahrnehmung, Eigenverantwortung und persönliche Entwicklung. Durch den intensiven Fokus auf Mimik, Körperhaltung und Farbgebung erforsche ich, wie sich Emotionen im Bild verdichten lassen.

Es ist der Moment zwischen zwei Gedanken, der mich fasziniert. Der flüchtige Ausdruck – die Authentizität, die weder inszeniert noch gefiltert ist – ein zarter Blick auf das Menschsein. Und es ist auch der wunderbare kraftvolle Moment, in dem eine Emotion klar und unverfälscht präsentiert wird. Ich liebe diese Ehrlichkeit zu sich selbst und den eigenen Gefühlen.

Meine Arbeiten entstehen aus dem Wunsch heraus, Frauen nicht nur abzubilden, sondern sie in ihrer Komplexität erfahrbar zu machen. Es geht mir nicht um Idealisierung, sondern um Wahrhaftigkeit. Um das Sichtbarmachen von Ambivalenzen – von Zartheit und Kraft, Zweifel und Mut, Anpassung und Selbstbehauptung. In dieser Spannung liegt für mich die besondere Schönheit weiblicher Identität.

Meine Portraits laden dazu ein, innezuhalten, genauer hinzusehen und sich vielleicht selbst in einem Blick, einer Geste oder einer Stimmung wiederzufinden. Sie sind eine Hommage an die Tiefe, die Wandelbarkeit und die innere Stärke von Frauen – und an den Mut, sich immer wieder neu zu entdecken.